JuKiT+
Kinder- und Jugend-Trauergruppe

Unterstützung für Kinder und Jugendliche sowie deren
Bezugspersonen nach dem Verlust eines nahestehenden
Menschen

Kinder trauern anders – Kinder leben im Hier und Jetzt …

Kindliche Trauer hat viele Gesichter. Kinder erleben den Verlust eines nahestehenden
Menschen anders als Erwachsene. Je nach Altersstufe gehen sie sehr unterschiedlich mit dem Verlust um.

Oft haben sie Schwierigkeiten, ihre Trauer auszudrücken. Ihnen fehlen die Worte für das, was sie empfinden oder sie wollen nichts erzählen, um andere nicht noch trauriger zu machen. Viele Kinder wirken bald wieder „normal“, weshalb der Eindruck entstehen kann, sie würden nicht trauern, oder sie hätten es gut verarbeitet. Doch das täuscht.

Die Treffen sind für Kinder ab 6 Jahren. Wir bieten geschlossene Treffen mit aufeinander aufbauenden Themen an.

Jugendliche in ihrer Trauer

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, gerät die Welt aus den Fugen. Jugendliche springen in ihrer Trauer mit ihren Gefühlen zwischen den Welten von Kindern und Erwachsenen hin und her. Sie sind in dieser Phase sehr verletzlich – möglicherweise verunsichert über das, was sie fühlen. Sich die eigenen Gefühlswelten bewusst machen, ihnen Ausdruck zu verleihen, sind wichtige Schritte im Trauerprozess.

Der Austausch mit Freunden und Familienangehörigen kann in dieser herausfordernden Situation hilfreich sein. Eine andere Form des Austausches bieten wir Euch in dieser Gruppe – den Austausch mit anderen Jugendlichen, die auch einen nahen Menschen verloren haben, die Ähnliches erlebt haben.

Für Jugendliche ab ca. 12 Jahren.

Bezugspersonen, die ein Kind oder einen Jugendlichen begleiten

Der Tod eines Familienmitglieds verändert die gesamte Lebenssituation der Familie. Bezugspersonen fühlen sich im Umgang mit trauernden Kindern und Jugendlichen häufig unsicher, denn auch sie sind Trauernde. Angehörige oder Bezugspersonen haben zeitlich parallel, in separaten Räumen, die Möglichkeit, an einer Bezugspersonengruppe teilzunehmen. Die Teilnahme an diesem Angebot steht allen Angehörigen offen.

Die Erwachsenen empfinden es oftmals als wohltuend, wenn sie in der geschützten Atmosphäre einer Gruppe auch ihre Gefühle, Erfahrungen und Ängste, mit anderen Menschen in ähnlicher Situation teilen können, sich gegenseitig zuhören und so unterstützen. Außerdem ist es in dieser Krisenzeit für die Kinder wichtig, ihre Bezugspersonen in der Nähe zu wissen. Die Bezugspersonen werden ebenfalls durch zertifizierte Trauerbegleiter begleitet.

FAQ

In der Regel treffen wir uns um 17 Uhr in den Gruppen. Jedes Treffen hat ein Thema welches hilft die Trauer zu bearbeiten. Die Treffen haben verschiedene Anteile. Es wird geredet, diskutiert, kreativ gearbeitet oder auch gespielt.

Wir arbeiten so, dass immer ein nahestehender Erwachsener in einer separaten Gruppe ist.  Allerdings werden die Erwachsenen nicht an den Gruppen der Kinder oder Jugendlichen teilnehmen. Auch müssen es nicht zwingend die Eltern oder ein Elternteil sein, die teilnehmen. Es kann auch sein, dass ein Großvater oder eine Tante den Prozess begleiten.

In jeder Gruppe ist ständig eine ausgebildete Trauerbegleiterin anwesend. Sie wird von einem oder zwei Helfer (Helfer haben eine Hospizausbildung) unterstützt.

Wir arbeiten mit einer Psychologin in Höxter zusammen. Hier können wir bei Bedarf einen Kontakt herstellen. Unsere Mitarbeiterinnen sind nicht psychologisch ausgebildet.

Krisen können und dürfen vorkommen. Unsere Trauerbegleiterinnen sind erfahren und können mit besonderen Situationen umgehen. Wenn ein Teilnehmer eine Auszeit oder etwas Ruhe braucht, werden wir dies begleiten.

Natürlich werden wir viele verschiedene Themen besprechen. Wir werden jedoch auch kreativ arbeiten. Insbesondere für die Kinder gibt es auch immer mal wieder Bewegungseinheiten.

Bei JuKiT+ wird niemand unter Druck gesetzt irgendetwas zu sagen. Vielleicht möchte ein TN erst einmal nur zuhören. Das ist ok. Und wenn man etwas erzählen möchte, was zunächst nichts mit dem Verlust zu tun hat, ist das auch ok. Wir hören einander zu.

Die Gruppe kann helfen einen erfahrenen Verlust zu verarbeiten. Man erfährt von anderen TN, dass man mit seiner Wut oder Angst nicht alleine ist. Wir sprechen über die verschiedenen Gefühle und lernen diese einzuordnen. Der Verlust und alles was damit in Verbindung steht, kann besprochen und bearbeitet werden.

Verluste, die verdrängt werden, holen uns irgendwann wieder ein.

Manchmal kann es schon traurig sein. Oder wir sind über unsere Gefühle überrascht. Ganz oft aber sind wir dort auch sehr fröhlich.

Wir lachen sehr gerne und viel zusammen. Wir lachen aber nicht über TN. Wir gehen vertrauensvoll miteinander um.

Für die Kindergruppe sollte man ca. 6 Jahr alt sein. Der Übergang zur Jugendgruppe liegt bei ungefähr 12 Jahren. Hier kommt es aber auf den individuellen Entwicklungsstand der Heranwachsenden an. Ebenso wird die Grenze für die Jugendgruppe nicht ganz genau bei 18 Jahren gezogen. Vor Beginn der Gruppe wird mit jedem Teilnehmer  individuell gesprochen.

Wir sind kein Kinder- oder Jugendtreff, wo man sich mit seinen Freunden trifft. Es kann aber im Einzelfall so sein, dass es Hilfreich und Gut ist, wenn z.B. die beste Freundin dabei ist. Sie sollte dann allerdings auch verlässlich mitmachen.

Wir starten mit den Gruppen um 17 Uhr. Für die Kinder und Jugendlichen ist die Zeit bis 19 Uhr geplant. Die Erwachsenengruppe ist so geplant, dass sie um ca. 18.30 Uhr endet. Danach ist noch Zeit, um einzeln mit den Trauerbegleiterinnen zu sprechen oder einen Spaziergang zu machen, bis die Kinder und Jugendlichen wieder in Empfang genommen werden können.

Unsere Treffen bauen thematisch aufeinander auf. Darüber hinaus wird die Gruppe an sich, ein "wir" Gefühl entwickeln. Also wird jeder der nicht da ist, auch vermisst. Somit ist JuKiT+ so ausgerichtet, dass alle TN auch an allen Treffen teilnehmen. Natürlich kann es mal sein, dass jemand krank wird oder verhindert ist. Dann bitten wir um Abmeldung, damit die Gruppe nicht warten muss.

Die Teilnahme kostet kein Geld. Es soll für jeden möglich sein an JuKiT+ teilnehmen zu können. Unsere Unkosten finanzieren sich durch Spendengelder des Ambulanten Hospiz- und Palliativ Beratungsdienstes im Kreis Höxter.

Leider können wir aus versicherungstechnischen Gründen die TN nicht fahren. Vielleicht ist es aber möglich, dass TN untereinander Fahrgemeinschaften bilden.

Nein, wir bieten Getränke und etwas zu knabbern während der Treffen an.

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